Der unzureichende oder ungeschützte Blick mit bloßem Auge und erst recht mit Teleskop, Kamera oder Fernglas in die Sonne kann zu Augenschäden führen! Geeignete Sonnenfilter gehören VOR das Objektiv! Okularsonnenfilter sind nicht geeignet. Bei Anwendung fotografischer Filter für die visuelle Beobachtung ist außerdem ein IR-Sperrfilter und ein Dämpfungsfilter notwendig.

Sonnenbeobachtung im Weißlicht

Projektionsmethode

Diese Methode ist nur am Refraktor, also am Linsenteleskop nutzbar. Dort angewandt, ist sie die sicherste Methode zur Sonnenbeobachtung, denn man schaut nicht durch ein Okular, sondern auf einen Projektionsschirm. Zudem können mehrere Personen gleichzeitig beobachten.

Das Sonnenlicht durchläuft ungefiltert das Teleskop. Durch das Okular wird ein Abbild der Sonne auf den Projektionsschirm projiziert.

Was muss ich beachten?

Das Teleskop kann sich bei dieser Methode nicht unerheblich aufheizen. Objektivfassung, Innenblenden, Okularauszug und Okularfassung müssen aus Metall gefertigt sein. Die Linsen sollten nicht verkittet sein. Der normale Refraktor hat ein Luftspalt-Objektiv, das heißt: zwischen den zwei oder drei Objektivlinsen befindet sich Luft. Es ist also nicht verkittet. Auch beim Okular achtet man auf Bauformen mit nicht verkitteten Linsen, bsw. Huygens-Okular oder Ramsden-Okular. Sofern man das Sucherfernrohr benutzt, muss dieses mit einem Sonnenschutzfilter der Dichte ND 5 vor dem Objektiv versehen werden. Ansonsten ist das Objektiv mit dem Objektivdeckel abzudecken. 

Objektiv-Sonnenfilter

Objektiv-Sonnenfilter sind praktisch für alle Teleskop-Arten geeignet. Sie können am Refraktor, am Maksutov-Cassegrain, am Schmidt-Cassegrain, am Maksutov-Newton und auch am Newton verwendet werden. Es gibt solche Filter aus einer speziellen Folie und aus Glas. Man kann die Filter fertig konfektioniert kaufen oder, wie vielfach angewendet, sich eine Filterfassung für einen Folienfilter selbst bauen.

Was muss ich beachten?

Objektiv-Sonnenfilter gibt es in verschiedenen Dichten. Gebräuchlich sind die Dichten ND 5 und ND 3.8.  Filter der Dichte ND 5 können visuell und fotografisch genutzt werden. Dagegen sind Filter mit der Dichte ND 3.8 nur fotografisch nutzbar. Die Lichtmenge, die diese Filter passiert, ist noch viel zu hoch für das menschliche Auge.

Man achte bei der Nutzung solcher Filter darauf, dass diese fest vor dem Objektiv sitzen und nicht, z.B. durch Windeinflüsse, herabfallen können.
Das Sucherfernrohr muss, sofern es benutzt wird, ebenfalls mit einem Sonnenschutzfilter der Dichte ND 5 vor dem Objektiv versehen werden. Ansonsten ist das Objektiv mit dem Objektivdeckel abzudecken. 

Herschel-Keil

Der Herschel-Keil oder auch ein Herschel-Prisma ist nur am Refraktor, also am Linsenteleskop nutzbar. Das Sonnenlicht gelangt hier ungefiltert in das Teleskop. Am Herschel-Keil wird ein geringer Teil des Lichts zum Okular gelenkt, der weitaus größere Teil passiert den Herschel-Keil und tritt an einer Lichtfalle aus.

Was muss ich beachten?

Die am Herschel-Keil zum Okular gelenkte Lichtmenge beträgt etwa 4% und ist damit noch etwas heftig für das menschliche Auge. Es muss also am Okular mit einem ND-Filter nachgefiltert werden.
Das Teleskop kann sich bei dieser Methode nicht unerheblich aufheizen. Tubus, Innenblenden und Okularauszug müssen aus Metall gefertigt sein.
Das Sucherfernrohr muss, sofern es benutzt wird, ebenfalls mit einem Sonnenschutzfilter der Dichte ND 5 vor dem Objektiv versehen werden. Ansonsten ist das Objektiv mit dem Objektivdeckel abzudecken.