Spuren am Nachthimmel

Wer den Nachthimmel genau beobachtet, wird sicher schon einmal eine Sternschnuppe oder einen kleinen leuchtenden Punkt, der über den Himmel wandert, gesehen haben. Auch blinkende Punkte oder plötzliches Aufblitzen eines Punktes kann man beobachten. Auf Fotografien, die über mehrere Sekunden oder Minuten belichtet wurden, sind solche Spuren als längere Striche zu sehen. Aber wer oder was verursacht so etwas? Hier ein (nicht abschließender) Erklärungsversuch mit einigen Bildbeispielen:

Flugzeuge

Flugzeuge haben verschiedene Leuchten oder Blinklichter. So befindet sich an der linken Flügelspitze ein rotes Positionslicht, an der rechten ein grünes und am Heck ein weißes. Sind diese Leuchten als Blinkleuchten ausgeführt, dürfen zusätzlich ein rotes Blinklicht am Heck und ein weißes Blinklicht, welches aus allen Richtungen sichtbar ist, geführt werden. Letztgenannte Blinklichter blitzen in den Blinkpausen der Positionslichter auf.
Flugzeuge haben am Rumpf oben und unten jeweils eine rote Blinkleuchte, das sogenannte Kollisionswarnlicht. Außerdem gibt es noch Bug- oder Rollscheinwerfer und am Seitenleitwerk das Logo-Light.
All diese Lichter kann man am nächtlichen Himmel beobachten. Je nach Flughöhe, Flugrichtung, Blickwinkel und Ausstattung des Flugzeuges können die Spuren unterschiedlich ausfallen, was auf langbelichteten Fotos gut zu erkennen ist.

Internationale Raumstation (ISS)

Die Internationale Raumstation ISS (International Space Station) umkreist seit 1998 die Erde. Am Himmel zeigt sie sich dem Beobachter als heller, sich schnell bewegender Punkt. Die ISS fliegt immer aus westlicher in östliche Richtung in einer durchschnittlichen Höhe von 400 Kilometern und braucht für eine Erdumrundung etwa 93 Minuten. Ihre Flugbahn verläuft jedoch nicht stets über die gleichen Orte, so dass die ISS nicht nach jeder Erdumrundung zu sehen ist. Wann die Raumstation über dem eigenen Beobachtungsort sichtbar ist, lässt sich mit der App „ISS Detektor“ oder auch mit dem Planetariums-Programm „Stellarium“ feststellen. In „Stellarium“ gibt man im Suchfeld nicht „ISS“, sondern „Zarya“ (sprich: „Sarja“) ein. „Zarya“ ist der Name des ersten Moduls der Raumstation im All.

Zur Fotografie der ISS bieten sich verschiedene Möglichkeiten an.

  • Fotografie mit stehender Kamera
  • Fotografie mit (auf den Sternenhimmel) nachgeführter Kamera
  • Fotografie mit auf die ISS nachgeführtem Teleskop

Bei der ersten Variante stellt man die Kamera auf ein Stativ und richtet sie auf einen Himmelsabschnitt aus, den die ISS durchfliegt. Fokussiert wird zuvor manuell auf einen hellen Stern. Praktischerweise benutzt man zum Auslösen der Kamera einen Fernauslöser und belichtet mehrere Minuten (bei 18 mm an einer DX-Kamera etwa 2-3 Minuten). Da die Kamera während der Belichtung nicht bewegt wird, verziehen sich die Sterne bedingt durch die Erdrotation zu kleinen Kreisbögen. Auch die Raumstation wird wegen ihrer Bewegung als Strich abgebildet.

Bei der zweiten Variante benötigt man zum Ausgleich der Erdrotation eine sogenannte Astro-Montierung, wodurch es möglich wird, die Sterne als Punkte abzubilden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Montierung korrekt eingenordet ist. Da sich die ISS nicht nur schnell (ca. 28.000 km/h) sondern auch von westlicher in östlicher Richtung bewegt, wird sie, wie bei der ersten Variante, als Strich abgebildet, während die Sterne sich nicht zu Strichen verziehen.

Die dritte Möglichkeit ist die Nachführung der Kamera auf die ISS selbst. Dies erfordert eine leicht bewegliche, azimutale Aufstellung eines Teleskops mit angeschlossener Kamera und sicher auch Einiges an Übung. Da die ISS sehr hell erscheint, kann man mit kürzeren Belichtungszeiten arbeiten. Das ist sogar notwendig, denn durch die händische Nachführung des Teleskops und die schnelle Bewegung der Raumstation am Himmel wird man mit längeren Belichtungszeiten nur Bewegungsunschärfe erzeugen. Um detailreiche Aufnahmen zu erhalten, benötigt man zudem ein Teleskop mit großer Öffnung (etwa > 8 Zoll).

(Iridium-)Satelliten

Satelliten verursachen mitunter eine mehr oder weniger helle Leuchterscheinung am Himmel. Sie entsteht durch Reflexion des Sonnenlichts. Bekannt dafür sind insbesondere die Iridium-Satelliten, deren Antennen je nach Stellung zur Sonne einen Lichtkegel erzeugen, der über die Erdoberfläche streicht.

Satelliten kann man als sich bewegende Leuchtpunkte am Himmel beobachten. Iridium-Satelliten bewegen sich über die Pole. Ihre Helligkeit steigt innerhalb von wenigen Sekunden bis zum Maximum an und fällt dann wieder ab. Das verursacht auf langbelichteten Fotografien sehr charakteristische Spuren.

Nicht identifizierter Satellit am 29.09.2016 im "Großen Wagen" (Teil des Sternbildes "Großer Bär").
Sehr heller (-7,9 mag) Iridium-Flare, ausgelöst von "Iridium 15" am 20.08.2017 im Sternbild Fische.

Meteore

(in Vorbereitung)