Die Bestimmung der Wolf´schen Relativzahl

Der Schweizer Astronom Johann Rudolf Wolf (07-07.1816 - 06.12.1893) entwickelte 1849 eine Methode zur Erfassung der Sonnenaktivität. Er wollte damit die von dem Amateurastronomen und Botaniker Samuel Heinrich Schwabe (25.10.1789 - 11.04.1875) vermutete Periode der Fleckenhäufigkeit überprüfen und auch die Periodenlänge bestimmen. Wolf bestimmte die "Sonnenfleckenrelativzahl" (auch: "Wolf´sche Relativzahl") mit folgender Formel:

R = k(10g+f)

Die Relativzahl R, setzt sich zusammen aus der 10-fachen Anzahl der Fleckengruppen, addiert mit der Gesamtzahl der Sonnenflecken in diesen Gruppen. k steht für einen Reduktionsfaktor, der Abhängig von der Zählweise des jeweiligen Beobachters und des benutzten Beobachtungsinstrumentes ist.

Wolf nutzte zur Beobachtung der Sonne und zur Bestimmung seiner Relativzahl einen Fraunhofer-Refraktor (Linsenteleskop mit zweilinsigem Objektiv) mit 80 mm Öffnung und 1100 mm Brennweite (F/13,7). Die Vergrößerung betrug etwa 64-fach. Er beobachtete selbst, arbeitete aber auch frühere Beobachtungen bis zum Jahr 1749 auf.

Die Sammlung, Auswertung und Veröffentlichung der Daten erfolgt heute durch das "Solar Influences Data Analysis Center" (SIDC) des "Royal Observatory of Belgium". Die Ermittlung der Sonnenfleckenrelativzahl nach Wolf wird auch von vielen Amateurastronomen durchgeführt. So werden deren Daten berücksichtigt, wenn eigene Beobachtungen nicht möglich oder die Ergebnisse unbrauchbar sind.

Aufbereitet zeigen die Daten einen ca. 11-jährigen Zyklus der Sonnenaktivität (siehe Diagramm unten).

Sonnenaufnahme im Weißlicht vom 18.04.2015.

  • Teleskop Skywatcher Mak 90/1250
  • Kamera Nikon D5300 (Fokalaufnahme)

Die VdS-Fachgruppe Sonne weist hier eine Fleckenrelativzahl von 97 aus (siehe: Monatsübersicht).

(Bild zum Vergrößern bitte anklicken)

Langfristige Beobachtung der Sonnenaktivität

 
(Quelle: SILSO, Royal Observatory of Belgium, Brussels)