Der unzureichende oder ungeschützte Blick mit bloßem Auge und erst recht mit Teleskop, Kamera oder Fernglas in die Sonne kann zu Augenschäden führen! Geeignete Sonnenfilter gehören VOR das Objektiv! Okularsonnenfilter sind nicht geeignet. Bei Anwendung fotografischer Filter für die visuelle Beobachtung ist außerdem ein IR-Sperrfilter und ein Dämpfungsfilter notwendig.

Photosphäre

Die Photosphäre ist die unterste Schicht der Sonnenoberfläche. Hier beobachtet man im Weißlicht in erster Linie aktive Regionen, wie Sonnenflecken, Fackeln und evtl. auch Weißlicht-Flares. Bei längerer Beobachtung kann man sehen, wie sich Sonnenflecken in Größe und Form verändern und über die Oberfläche wandern. Lichtbrücken beginnen die Flecken zu teilen.

Zur Beobachtung der Sonne im Weißlicht eignen sich alle optischen Systeme (Refraktor, Newton, MC oder SC), die mit einem entsprechenden Filter zur Dämpfung des Sonnenlichts auszustatten sind. Das Filter gehört dabei vor das Objektiv bzw. die Eintrittsöffnung. Ausnahme bildet der Herschelkeil, der nur am Refraktor benutzbar ist. Hier gelangt das Sonnenlicht ungefiltert in des Teleskop und wird im Herschelkeil durch Reflexion eines geringen Teils des Lichtes zum Okular hin abgeschwächt. Am Herschelkeil muss allerdings mit ND-Filtern nachgefiltert werden.

Sehr verbreitet sind Objektivfilter unter Verwendung der "Astro-Solar-Folie". Hier ist darauf zu achten, dass nur die Filterfolie mit der Dichte "ND5" zur visuellen Beobachtung verwendet werden darf. Filterfolie mit der Dichte "ND3,8" darf nur fotografisch benutzt werden, es sei denn, man benutzt eine Nachfilterung aus IR-Sperrfilter und ND-Filter. Im Übrigen eignet sich die "Astro-Solar-Folie" der Dichte "ND5" auch für fotografische Zwecke.


Sonnenflecken...

... sind kühlere Stellen in der Photosphäre, die durch Störungen des Magnetfeldes und damit einhergehender Behinderung der konvektiven Wärmeströmung entstehen, wodurch weniger heiße Materie aufsteigt. Sonnenflecken sind die auffälligsten Erscheinungen der aktiven Photosphäre. Sie zeigen die Umbra (Kernschatten, dunkler Bereich eines Sonnenflecks) und, wenn der Fleck sie entwickelt, auch die Penumbra (Halbschatten, hellerer Bereich des Sonnenflecks). In kleineren Teleskopen können Umbra und Penumbra gut getrennt werden. Mit größeren Teleskopen sind auch ausgeprägtere Strukturen in der Penumbra erkennbar.

Fackeln...

... sind hellere punktförmige oder verästelte Stellen in der Photosphäre, die im Weißlicht nur am Sonnenrand beobachtet werden können. Je weiter man zum Sonnenrand hin beobachtet, desto kontrastreicher können Fackeln werden. was der zunehmenden >>> Randverdunkelung der Sonnenscheibe geschuldet ist.

Lichtbrücken...

... entstehen mit zunehmendem Alter bei Sonnenflecken. Sie teilen einen Fleck meist irreversibel in zwei kleinere Flecke, wobei sich hier wieder die ungestörte Photosphäre zeigt. Lichtbrücken sind bänderartige Gebilde, die Umbren und Penumbren der Flecken durchziehen.

Randverdunkelung

Bei der Sonnenbeobachtung fällt auf, dass die Helligkeit zum Rand hin abnimmt. Während dies bei der Sonne direkt beobachtet werden kann, lässt sich dieser Effekt bei anderen Sternen nur mittels des Spektrums nachweisen.

Granulation

Bei der Granulation handelt es sich um eine körnige Struktur, die durch Konvektion in einer Schicht unter der Photosphäre entsteht. Heißes Material (helle Bereiche) steigt zur Oberfläche auf, wo es erkaltet und am Rand des aufsteigenden Stromes wieder absinkt (dunkle Bereiche). Für die Beobachtung dieser Strukturen benötigt man Instrumente ab 100 mm Öffnung, ruhige Luft und eine gute Durchsicht.

Teleskope mit größerer Öffnung zeigen bei höheren Vergrößerungen noch weitere Details z.B. sogenannte "Umbrale Dots" in Sonnenflecken.


Entwicklung von Sonnenflecken

Sonnenflecken sind nicht einfach nur da sondern entwickeln sich. Man kann diese Entwicklung über mehrere Stunden oder auch Tage verfolgen und die Veränderungen beobachten und dokumentieren. Die folgenden Aufnahmen zeigen die Aktive Region 12422 an drei aufeinander folgenden Tagen.


Beobachtungsprotokoll (PDF)

Beobachtungsprotokoll

Wer sich intensiver mit der Sonnenbeobachtung im Weißlicht beschäftigt, wird nicht nur beobachten, sondern auch seine Beobachtungen dokumentieren wollen. Neben der fotografischen-/ videografischen Beobachtung kann man das Gesehene auch zeichnerisch festhalten. Dazu dient das Beobachtungsprotokoll, welches zudem Platz für die Bestimmung der Relativzahl und der Pettis-Zahl hat und auch die Klassifizierung der Flecken/ Fleckengruppen ermöglicht.
Die Ephemeriden bekommt man z.B. aus Peter Meadow´s "Helio Viewer" (läuft auch unter Win 10). Links unter der Zeichenfläche befindet sich eine Tabelle, in deren linken Spalte man die Nummer der aktiven Region einträgt (siehe SDO´s aktuelles HMI auf der Startseite). Rechts daneben wird die Klassifizierung der Region eingetragen. Die übrigen Bezeichnungen bedeuten:

  • gN = Gruppen Nord, fN = Flecken Nord, gS = Gruppen Süd, fS = Flecken Süd, g = Gruppen gesamt, f = Flecken gesamt
  • bei der Berechnung der Relativzahl ist der persönliche Korrekturfaktor zu berücksichtigen
  • p = Flecken mit Penumbra, s = Flecken ohne Penumbra