Die Sonnenfleckenzahl nach Pettis

Hugh S. Pettis ersann 1974 eine ähnliche Methode zur Bestimmung der Sonnenaktivität, wie sie schon von Wolf (--> Wolf´sche Relativzahl) durchgeführt wurde. Allerdings werden hier keine Sonnenfleckengruppen gezählt. Vielmehr soll seine Relativzahl, die "Pettis-Zahl" genannt wird, die Ausbildung von Penumbren als Zeichen hoher Sonnenaktivität besonders berücksichtigen. Die Formel zur Erfassung der Pettis-Zahl (SN) ist

SN = 10p + s

p steht für die eindeutig identifizierten Penumbren auf der Sonne, s bezeichnet die Zahl der Flecken, die keine Penumbra besitzen.

Um die Zählweise zu vereinheitlichen, wurden von Dr. Thomas K. Friedli (Sonnenturm Uecht) Richtlinien erarbeitet und vorgeschlagen, die als Standard für die Auszählung gelten. Diese sind:

  • zweifelsfreie Sichtbarkeit jeder Penumbra (nur ansatzweise oder bei höherer Vergrößerung sichtbare Penumbren werden nicht gezählt)
  • Mindestbreite jeder Penumbra um den Kernfleck muss 3 Bogensekunden betragen (Penumbra muss nicht geschlossen sein)
  • jede derartige Penumbra zählt als p=1, unabhängig von der Zahl der umschlossenen Umbren
  • Penumbren werden als p=2 gezählt, wenn die Penumbra vollständig durch eine Lichtbrücke geteilt wurde
  • die Fleckenzahl s ist die Gesamtheit der Flecken, die von einer Penumbra völlig getrennt sind (Fleck mit mindestens 3 Bogensekunden Durchmesser und mindestens 30 Minuten Lebensdauer)
  • Umbren in einer gemeinsamen Penumbra werden nicht als Fleck in s mitgezählt
  • Pettis-Zahlen werden ungültig, wenn die Ermittlung bei Ruhe-/ Schärfewerten größer 4 erfolgte
  • die Beobachtung soll nach Möglichkeit immer mit dem gleichen Instrument und gleicher Vergrößerung erfolgen