Mecklenburger Teleskoptreffen

Vom 09.08. bis 12.08.2018 fand das neunte Mecklenburger Teleskoptreffen am Garder See statt. Die kleine Wiese des dortigen Campingplatzes war nicht ganz ausgelastet, was ich eher als Vor-, denn als Nachteil empfand.

Nachdem ich meine Behausung aufgebaut und den Platz etwas erkundet hatte, konnte ich mich schon an's Beobachten machen. Auf dem Plan: Venus am Tage. Da meine "Star Adventurer" weder über GoTo verfügt, noch eine Skalierung an der Deklinantionsachse besitzt, verhalf ich mir mit Kompass und Neigungsmesser weiter und fand die Venus über Azimut-und Höhenangaben aus "Stellarium". Etwas schwierig war das Aufsuchen dennoch, denn ich hatte in meinem Marschkompass mal die Missweisung eingestellt und diesen Umstand eine Weile lang ignoriert. Dennoch konnte ich die Venus dann im Okular zentrieren und später mit der Planetenkamera und auch mit meiner modifizierten Webcam auf' s Korn nehmen.

Das Wetter zum Teleskoptreffen war seeehr durchwachsen. Am Donnerstag zog abends ein kräftiges Gewitter über´s Land und auch sonst war öfter mal eine Regendusche dabei. Dennoch blieb genug Zeit zur Beobachtung.

Am Freitag stand etwas Fachsimpelei auf dem Plan und die Beobachtung der Sonne in H-Alpha. Im Weißlicht ist momentan ja nix zu sehen, aber H-Alpha geht immer. Nach einem Blick durch ein modifiziertes H-Alpha-Teleskop, bestehend aus einem "Coronado PST" und einem Refraktor "Skylux", welches ein Sternfreund dabei hatte, kam die Idee auf, auch Bilder zu machen. Zunächst musste das aber noch warten, denn das "Skylux" passte nicht auf meine Montierung. So musste erst die Prismenschiene von meinem Maksutov demontiert und an den Refraktor angebracht werden. Das hatte den Nachteil, dass wegen überstehender Schrauben meine Deklinationsschiene nicht zu gebrauchen war. Die Lösung bestand in einem Kugelkopf, der die ganze Geschichte dann recht windanfällig trug. Korrekturen in der Deklination erfolgten dann mit Fingerschnips auf den Tubus. Nicht sehr komfortabel, aber es funktionierte. Um mit meiner Planetenkamera am PST in den Fokus zu kommen, musste noch die Barlow-Linse adaptiert werden.

Am Abend ging ich dann auf Meteor-Jagd. Es zeigten sich auch einige schöne Exemplare, doch, wie so üblich, flogen diese Mistbiester nicht an meiner Kamera vorbei. Perseiden waren sicher auch darunter und jede Menge "sporadierende" Vagabunden. Zunächst dachte ich, dass ich gar keinen Meteor erwischt hatte, aber beim Durchsehen der Fotos am heimischen PC fielen mir doch einige wenige auf.

Für den Samstag Abend hatte ich mir nichts konkretes vorgenommen, aber mir schwirrte die Idee im Kopf herum, mal ein paar Fotos mit der DSLR am Maksutov zu machen. Gesagt, getan. Allerdings habe ich erst gar nicht den Versuch unternommen, irgendein DS-Objekt auf's Korn zu nehmen, denn der Mak ist mit F/14 doch recht lichtschwach. Stattdessen habe ich mir Doppelsterne vorgenommen und auch Mars und Saturn, die allerdings nicht sehr hoch standen.

Zum Schluss kam ich noch auf die Idee, weil's recht einfach ist, die Hauptsterne eines Sternbildes mit der DSLR am Mak abzulichten. Ich wollte einfach nur sehen, was bei einer Belichtungszeit von 30 Sekunden bei ISO 3200 so mit dieser Kombi geht. Also nahm ich mir von Kassiopeia der Reihe nach die Hauptsterne vor und knipste munter drauf los. Und das kam dabei heraus:

Wie das so mit Allem ist, hat jeder Spaß auch mal ein Ende. Nachdem ich am Sonntag ausgeschlafen hatte, gab es noch mal ein kleines Frühstück und anschließend ging die Packerei los. Kofferweise Ausrüstung, Campingkram und Klamotten wanderten in' s Auto und nach einem Gruppenfoto der verbliebenen Teilnehmer auch meiner einer.

Schön war´s und lange dauert es ja nicht mehr, dann steht Herzberg wieder auf dem Programm...