Herzberger Teleskoptreffen 2018

Das Herzberger Teleskoptreffen (06.09.-09.09.2018) war wieder ein tolles Event. Alte und neue Gesichter, Essen top (wie immer), kleine, große und größte Beobachtungsinstrumente und jede Menge Spaß. So muss das sein. Nur das Wetter... das war nicht soooo berauschend.

Test der Meteorkamera

Nachdem die Hütte aufgebaut war, kam als nächstes erst mal meine neue Meteorkamera an die Reihe. Mit der wollte ich sowohl am Tage als auch nachts aufzeichnen. Zunächst musste der Acrylglasdom demontiert werden, damit die Kamera fokussiert werden konnte. Nachdem der Acrylglasdom wieder aufgesetzt und das USB-Kabel angeschlossen war, konnte es losgehen.

Im ersten Test nahm ich Wolkenbilder auf, anhand derer die Fokussierung auf dem Bildschirm kontrolliert werden konnte. Am Abend dann wurden erste Sternfeldaufnahmen gemacht. Dabei zeigte sich, dass die Kamera nicht hoch genug angebracht war. Auf einem Teleskoptreffen ist weißes Licht (Taschenlampen usw.) nicht erlaubt. Man nimmt, um die Dunkeladaption der Augen zu erhalten, rote Lampen, aber das war im Bild dann auch zu sehen.

Um die Reflexionen durch die Taschenlampen zu minimieren, stellte ich die Kamera dann zwischen zwei Zelten auf. Dort lief niemand mit seiner roten Lampe lang und ich selbst achtete auch darauf, die Kamera nicht unnötig anzuleuchten. Während der Aufzeichnung liefen mir einige Objekte über die Linse, von denen ich mal zwei ausgesucht habe.

Kometenjagd

Eigentlich hatte ich mir für das HTT etwas anderes vorgenommen, aber wenn man von einem Kometen erfährt, dann auch noch ein schöner Vortrag über die "Fotografie von Kometen mit einfachen Mitteln" gehalten wird, ist man natürlich etwas angepiekst. Der Komet 21P/Giacobini-Zinner steht im Fuhrmann und ist relativ leicht zu finden. Also Kamera auf die Montierung und losgeknipst...

Ich bin mit meinen Bildergebnissen zwar nicht ganz zufrieden, das liegt aber auch nur daran, dass ich beim Nachbarn mal auf das Display gelugt habe und den Unterschied zwischen meiner Kamera und dem Modell eine Preisklasse höher erkennen durfte. Ok, also die Kamera selbst macht noch nicht das Foto. Es steht immer noch einer dahinter, der einstellt und fotografiert. Dennoch sind die Unterschiede zwischen der D5300 (meine Kamera) und der D7500 ("seine" Kamera) gewaltig. Während bei mir alles etwas in rauschigem Matsch versank, war auf dem Display der D7500 der Kometenschweif knackscharf und deutlich sichtbar. Wohlgemerkt im Einzelbild!

Naja... an der Bildbearbeitung hängt es noch ein wenig. Vlt. gibt es ja im nächsten Jahr einen passenden Workshop dazu.

Durchwachsenes Wetter

Also wettertechnisch waren nachts zwar einige Beobachtungen möglich, aber von Ausgiebigkeit konnte wohl nicht die Rede sein. Auch am Tage war nicht viel zu machen. So habe ich es erst gar nicht versucht, Venus auf´s Korn zu nehmen. Auch die Minifleckengruppe AR12721 auf der Sonnenoberfläche war nur schwer zu beobachten und verschwand immer mal wieder in Dunst und Luftunruhe. Im H-Alpha-Teleskop bei den Nachbarn ging etwas mehr. Hier war am Sonnenrand etwas "Fusselkram" (Protuberanzen) zu sehen. Aber am Samstagnachmittag gab es für die Atmosphärischen Optiker einen kleinen Leckerbissen zu sehen... zwei Nebensonnen und Minuten später auch einen Zirkumzenitalbogen.

Technik, Technik, Technik

Wie immer auf so einem großen Teleskoptreffen gab es auch jede Menge verschiedener Optiken zu bestaunen. Dr. Hänßgen rollte wieder mit seinem Riesen-Dobson an, durch den man in schwindelnder Höhe beobachten konnte. Aufgefallen ist mir diesmal auch ein Schiefspiegler und ein "Meniscas" aus DDR-Produktion. Ein schööööönes Instrument...

Das war das 19. Herzberger Teleskoptreffen. Ich hoffe, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu können. Bis dahin...

Clear Skies

 

 

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