Gewitter können schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen, Blitzschläge können sogar einen tödlichen Verlauf nehmen. Die Beobachtung derartiger Erscheinungen sollte deshalb mit größter Vorsicht vorgenommen werden.

Gewitter fotografieren

Die Gewitterfotografie ist gar nicht soooo schwer, wie man vermuten könnte. Ein Blitz entlädt sich innerhalb von Sekundenbruchteilen. Um ihn sicher zu erwischen, müssen wir die Belichtungszeit in den Sekunden-/ Minutenbereich verlegen. Das klingt erst einmal unglaublich falsch, ist es aber nicht. Während der Verschluss der Kamera über mehrere Sekunden geöffnet ist, sorgt ein in dieser Zeit auftretender Blitz mit seiner kurzen Leuchtdauer für die eigentliche Belichtung. Die Kamera stellt man dazu auf ein Stativ und fokussiert manuell auf Unendlich. Nachts kann man dazu einen entfernten hellen Punkt, z.B. eine Straßenlampe, anvisieren. Kompaktkameras können i.d.R. maximal 15 Sekunden belichten, Spiegelreflexkameras bis zu 30 Sekunden (mit Fernauslösekabel sogar länger). Wir wählen die längstmögliche Belichtungszeit bei niedriger Empfindlichkeit (ISO) und regeln für eine ausgewogene Belichtung die Blende nach. Das sollte mit ein... zwei (Blitz-) Versuchen erledigt sein. Durch die lange Öffnung des Verschlusses wird man den einen oder anderen Blitz sicher einfangen.
Am Tage geht man genauso vor. Allerdings muss man hier, um lange Belichtungszeiten generieren zu können, das Tageslicht mit Neutraldichtefiltern hoher Dichte dämpfen. Alternativ kann man zwei Polarisationsfilter vor das Objektiv schrauben. Damit lässt sich das Bild stufenlos abdunkeln, indem man die Filter gegeneinander verdreht.

Checkliste

  • Kamera auf Stativ, Bildstabilisator ausschalten
  • niedrige Empfindlichkeit, ISO 100
  • manuell auf Unendlich fokussieren
  • Belichtung manuell einstellen (M), 30 Sekunden, Blende 5.6...8
  • Kamera mit Zeitauslöser oder Fernauslöser bedienen

 

  • am Tage gleiche Vorgehensweise, jedoch mit ND-Filtern arbeiten

Gewitter filmen

Die Videografie eines Gewitters funktioniert etwas anders als es bei der Fotografie geschieht. Mit der Videokamera können wir keine Belichtungszeiten von mehreren Sekunden/ Minuten generieren. Der Gewitterblitz sollte hier sogar mit der kürzest möglichen Belichtungszeit aufgenommen werden. Durch die fortlaufende Aufzeichnung mit 25...50 Bildern pro Sekunde wird man immer einen Blitz "erwischen". Für eine ausgewogene Belichtung regelt man die Blende nach. Die Kamera gehört auf ein Stativ, der Autofokus sollte abgeschaltet werden. Auch die automatische Bildaufhellung (AGC) sollte man deaktivieren.

Checkliste

  • Kamera auf Stativ
  • niedrige Empfindlichkeit, Automatische Bildaufhellung (AGC) deaktivieren 
  • manuell auf Unendlich fokussieren
  • Belichtung manuell einstellen (M), kurze Belichtungszeit, Blende nachregeln

Sofern die Videokamera die Filmaufnahme mit höherer Bildzahl unterstützt (Zeitlupe), kann man versuchen, eine Blitzentladung damit aufzunehmen. Die dabei entstehenden Datenmengen können jedoch sehr schnell die Kapazität des Speichermediums sprengen. Also immer ein Ersatzband oder eine zusätzliche Speicherkarte bereit halten. Der Lohn der Mühen sind spektakuläre Aufnahmen. Bei Gelegenheit werde ich das Thema angehen und die Ergebnisse hier einstellen. Meine Kamera schafft bei verringerter Bildauflösung 500 Bilder pro Sekunde. Da sollte was gehen...


Blitz-Sequenz

(JVC GC-PX 100, 1080p 50)